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Aber es gibt eben nicht nur Trauer, sondern auch die Wut. Denn auch wenn diese Schäden natürlich in erster Linie durch Niederschläge bis zu 240 Liter pro Quadratmeter verursacht wurden, ist das Ausmaß der Schäden auch zu einem gehörigen Teil auf eine ungesunde Baupolitik insbesondere in den 60er und 70er Jahren zurückzuführen.

Als ich ein Kind war, konnte ich gegenüber der Schmiede meines Onkel Willi auf einem großen Feld spielen. Noch innerhalb der historischen Stadtmauer. Auf diesem Feld wurde 1974 der Kaufhof gebaut und alles rundherum fein säuberlich versiegelt. Gras, Wiese, Sträucher? Pustekuchen.

Neben dem alten Krankenhaus, in dem ich 1958 geboren wurde und wo heute eine Galerie mit Kino steht, war ein kleiner Park. Mitten in der Stadt. Da wurde dann ein C&A gebaut und ebenfalls eine große Freifläche versiegelt. Nur ein kleines Alibi-Pärkchen blieb stehen.

Aber damit nicht genug. Während früher der Veybach offen durch Euskirchen zog, wurde der später in einen Kanal gezwungen und unter die Erde verlegt. Dasselbe geschah mit einem kleinen Bächlein namens Wisskirchener Fließ. Und zur Schaffung einer Bahnunterführung im Bereich der Marienschule Euskirchen wurde ein ziemlich großes Feuchtgebiet monatelang mit unzähligen Pumpen entwässert. Das ist jetzt wieder da, unfreiwillig.

Man konnte den Eindruck gewinnen, dass Wasser kein Problem sei. Dass es nicht erforderlich ist, dem Oberflächenwasser wenigstens eine Chance zu geben, irgendwo in Ruhe und langsam zu versickern. Stattdessen wurde es immer schneller gemacht. Das klappt ja auch, solange die Dimensionen des Kanalnetzes ausreichen, um die Wassermassen aufzunehmen. Aber es fliegt einem im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren, wenn das dann einmal nicht mehr der Fall ist.

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